Achtsamkeit im Alltag

Was ist überhaupt Achtsamkeit? Achtsamkeit bedeutet, dass wir das, was gerade in uns oder um uns herum passiert, möglichst bewusst wahr nehmen. Häufig gehen wir nämlich absolut unachtsam durch den Alltag. Wir stehen auf, gehen ins Bad, duschen, machen uns einen Kaffee oder ein Tee, ziehen uns an und finden uns dann plötzlich im Büro wieder. In totaler Gewohnheit haben wir uns fertig gemacht. Haben den Kaffee oder den Tee vielleicht sogar überhaupt nicht genossen, eventuell nicht mal richtig wahrgenommen, dass wir gerade etwas, was wir ja mögen, trinken. Der Teil unseres Gehirns welcher für die Gewohnheit zuständig ist (die Basalganglien) ist also munter und aktiv. In dieser Zeit funktionieren wir eigentlich einfach nur. Wir bekommen gar nicht bewusst mit, wie wir uns gerade fühlen. Anders gesagt, sind wir auf Autopilot, was das Gegenteil von Achtsamkeit ist. Achtsamkeit heisst, voll im Moment zu sein. Ich beobachte mich selbst und meine Umgebung genau. Ich achte mich auf meine Gedanken und ich mache mir bewusst, wie ich mich in diesem Moment gerade fühle, oder wie sich mein Bürostuhl anfühlt, oder wenn ich draussen bin, wie sich der Wind auf meiner Haut anfühlt, ich höre vielleicht die Vögel zwitschern oder mir fällt ein Geruch auf. Ich beobachte auch meine Gedanken aus einer anderen Perspektive und weiss, ob ich gerade glücklich bin, mir etwas Sorgen bereitet oder ich mich mit Jemandem vergleiche. Ich bin also voll bei mir. Ich bin voll im Leben drin. Ich bin durch meinen wachen Geist voll und ganz mit allem verbunden. Indem ich mich selbst aufmerksam beobachte. Indem ich meine Umgebung aufmerksam beobachte. Das Schöne an Achtsamkeit ist, dass ich meine Gefühle nicht bewerten muss. Wenn ich zum Beispiel gerade traurig oder wütend bin, dann darf ich das bewusst wahrnehmen und akzeptieren. Ich muss in diesem Moment nicht denken, dass ich mich anders fühlen muss oder soll, ich nehme einfach an, was gerade ist. Genau so, wenn ich glücklich bin. Auch das darf und soll einfach angenommen werden, ohne sich vielleicht schlecht zu fühlen, weil es anderen gerade nicht so gut geht. Achtsamkeit ist also ein geistiger Zustand, indem ich beobachte. Ich nehme wahr. Ich sehe. Ich höre. Ich spüre. Ich bewerte nicht. Das ist eine ganz andere Qualität des Erlebens. Achtsamkeit kann man trainieren und es macht dich glücklicher. Gezieltes Achtsamkeitstraining hilft sogar nachweislich bei posttraumatischen Belastungsstörungen oder Angsterkrankungen. Achtsamkeit hilft dir besser mit Druck und Stress umzugehen und es lässt dich fähiger werden, zu spüren, was gerade gut und vernünftig für dich ist und danach zu handeln. Ich hatte ein wirklich schönes Wochenende mit meiner Familie. Wann immer ich gerade im Moment sein konnte, habe ich versucht das zu tun. Den Wind auf meiner Haut zu spüren, die Sonnenstrahlen, das Wasser, welches sich tagsüber als schöne Abkühlung zeigte und beim abendlichen Abschlussbad ganz sicher schon viel kühler auf der Haut war. Das Gefühl, welches Baden in mir auslöst. Pures Glück. Das leckere Essen, welches wir geniessen durften. Einfach mal achtsam im Moment sein, das tut so gut, stärkt und tankt die Energie wieder auf. Also, sei achtsam, und es wird dir besser gehen. Ich kann dich dabei auch sehr gerne begleiten.
Herzlichst, Fabienne

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