Falsche Erwartungen, Forderungen und Wünsche

Jeder kennt es… Wir haben eine Beziehung, ob nun die Beziehung zum Partner, zum Kind, zu sonstigen Familienmitgliedern oder zu einer guten Freundin. Diese Beziehungen haben auf jeden Fall eines gemeinsam und das ist, dass jeder gewisse Erwartungen an den anderen hat. Ja, in gewissem Masse mag das okay sein. Quasi die „Regeln des Zusammenlebens“ oder auch liebgewonnene Gewohnheiten, welche man mit dem anderen verbindet, ein Grundrespekt und Anstand im Miteinander und vieles mehr. Nun gibt es aber auch die Menschen, die ihr eigenes Glück total abhängig von ihrem Gegenüber machen. Sei es, dass sie bestimmte Forderungen stellen, welche der andere zu erfüllen hat, oder ob Wünsche bestehen, welche am besten von den Augen abgelesen werden sollten. Lass mich dir eines sagen, es wird nie so sein, dass der andere das alles einfach erfüllt. Muss und soll er auch nicht. Einerseits, weil man einfach nicht alle Forderungen und Wünsche „riechen“ kann und es nicht die alleinige Aufgabe deines Gegenübers ist, dich glücklich zu machen. Das Gegenteil wird der Fall sein. Wenn du dein Glück oder dein „Glücklichsein“ komplett in die Hände des anderen legst, dann hast du etwas ganz wichtiges nicht verstanden. Denn DU ALLEIN bist dafür verantwortlich, positiv durchs Leben zu gehen und dich glücklich zu machen.

Denn, wenn wir ständig Erwartungen darüber haben,

wie Dinge sein sollten,
wie sich der andere verhalten sollte,
Anerkennung und Lob zu bekommen,
dass andere unsere Gedanken lesen sollten,
dass andere so zu sein haben, wie wir sie wollen,

wird es schwierig bis unmöglich, eine gesunde Beziehung zum Anderen und zu sich selbst zu führen. Und, erwarten wir etwas, was dann nicht passiert, ist die Enttäuschung gross. Und, verstehen können wir es vielleicht auch nicht, denn wir würden es ja tun. Gerade bei Menschen, die viel für andere tun oder welche, die sogar ein Helfersyndrom haben, sind die Erwartungen an andere natürlich sehr hoch. Da sie von sich auf andere schliessen, gehen sie davon aus, dass der andere auch so viel tun muss. Häufig ist der Wunsch aber unausgesprochen, denn viele gehen davon aus, dass das Gegenüber doch einfach sehen muss, was gerade gebraucht wird. Das begegnet mir auch im Coaching. Wenn es dann so weit geht, dass diese Menschen die Erwartung nicht nur ersehnen, sondern sogar fordern, dann kommt Wut, Enttäuschung und Unverständnis auf. Eigentlich werden sie dann Opfer der eigenen Erwartungen, des eigenen Verhaltens. Es gibt also einen Unterschied zwischen Wünschen, Erwartungen und Forderungen. Es ist der Nachdruck und die Einstellung, dass Menschen ohne deren Erfüllung nicht weiterleben können. Wünsche können schon mal enttäuscht werden, das ist nicht so schlimm. Erwartungen müssen erfüllt werden und Forderungen erst recht.
Es gibt Ausnahmen. Zum Beispiel, ein Versprechen, eine Absprache, eine Verabredung oder natürlich auch ein Vertrag. Hier gewährleistet die Erfüllung von Erwartungen Augenhöhe und eine gesunde Vertrauensbasis. Ansonsten gilt, Enttäuschung ist meist das Ergebnis von falscher Erwartung. Klienten kommen zu mir, mit dem Anspruch, dass ihr Partner (oder Eltern, Freunde…) all ihre Wünsche zu erfüllen hat und das, natürlich, auch noch gerne. Denn, ja, sonst bräuchten sie ja keinen Partner. Das wird nicht funktionieren und zwangsläufig zu Streit, Enttäuschungen, Frust und negativen Gefühlen führen. Deswegen, nimm dein Leben selber in die Hand und sei „deines Glückes Schmied“! Und, weisst du was, reden hilft. Wenn du Wünsche und Erwartungen an Jemanden hast, dann darfst du das auch gerne kommunizieren. Häufig ist ein liebendes Gegenüber nämlich sehr dankbar dafür, wenn du deine Wünsche einfach offen legst. Und, Dalai Lama sagte: Wenn wir unsere Erwartungen verringern, werden wir Zufriedenheit erfahren.

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